Der Verband für Coaching und Training e.V. befragt Mitglieder
Während Klienten durchaus offen für virtuelles Coaching und Training sind, sind es viele Trainer und Coachs eher (noch) nicht. Laut der aktuellen Coaching-Umfrage Deutschland 2015/2016 von Jörg Middendorf, BCO Köln, und Georg Fischer, denkstelle, befürchten sie Missverständnisse, weil Kommunikationsebenen fehlen oder eine direkte Intervention nicht möglich ist, zum Beispiel bei einem asynchronen Austausch per Email. Dazu kommen ganz praktische Probleme wie technische Pannen oder Fragen zum Datenschutz.
Doch die Coaching- und Training-Szene muss sich ebenso wie andere Branchen für die Zukunft aufstellen. Die Digitalisierung durchdringt unsere Lebens- und Arbeitswelten, und reine Präsenzveranstaltungen sind in einer globalisierten Welt nicht immer möglich. Dabei soll das Coachen und Lehren auf Distanz die Face-to-Face-Situation nicht einfach ersetzen. Die Vorzüge können jedoch ergänzend in den Beratungsprozess einfließen: die geografische und zeitliche Flexibilität, eine gewisse Anonymität für den Klienten, wiederholtes Anschauen eines aufgezeichneten Webinars oder einer Videositzung, automatische Protokollmöglichkeiten.
Auch ein Umdenken in Ausbildung und Weiterbildung ist gefragt. Coachs und Trainer, die neue digitale Formate nutzen möchten, brauchen erweiterte technische Fähigkeiten sowie verfeinerte Wahrnehmungs- und Schreibkompetenzen.
Ob die Mitglieder des dvct virtuelles Coaching und Training eher skeptisch oder als Chance sehen, wie sie Vor- und Nachteile bewerten oder ob sie bereits digitale Gesprächs-, Analyse- und Lehrformate erfolgreich im Beratungsalltag einsetzen, möchte der Verband in seiner Umfrage 2016 ermitteln. Der dvct zählt annähernd 1.400 Mitglieder.