Bezug von digitalem Bildungscontent vereinfachen
In einer zunehmend digitalisierten Welt ist es unerlässlich, dass Schulen in Deutschland Zugang zu digitalem Bildungscontent für alle Schulformen, Fächer und Jahrgangsstufen haben. Studien belegen, dass digitaler Bildungscontent die Lerneffektivität nachweislich steigert. Allerdings ist dieser in den Schulen bislang kaum verfügbar. Dies liegt nicht an einem Mangel an Angebot oder geringer Nachfrage, sondern vielmehr an unzureichenden Strukturen und Prozessen im Umgang mit digitalen Medien. Die bestehenden Strukturen und Prozesse, die bisher auf analoge Medien ausgerichtet sind, funktonieren nicht für digitalen Bildungscontent.
Die Herausforderungen sind vielfältig. Die öffentliche Finanzierung von Bildungscontent ist weiterhin stark auf gedruckte Schulbücher ausgerichtet, wodurch die bestehenden Finanzierungswege für den Erwerb von digitalem Bildungscontent nur begrenzt nutzbar sind. Die Subventionierung von Lehr- und Lernmaterialien über private Budgets ist weder nachhaltig noch gerecht. Einheitliche Prozesse für den Einkauf von digitalem Bildungscontent fehlen derzeit. Es mangelt an Systemen zur Beschaffung von digitalem Bildungscontent, und die Schulverwaltungsämter verfügen nicht über die erforderlichen Kompetenzen und personellen Ressourcen zur Pflege solcher Systeme.
Das Bündnis für Bildung empfiehlt daher folgende Maßnahmen:
- Langfristig alle vorhandenen Budgets für digitalen Bildungscontent öffnen und aufstocken, zusätzliche Budgets für digitalen Bildungscontent schaffen.
- Entscheidungsfreiheit der Schulen für digitalen Bildungscontent stärken, Schulen von nicht-pädagogischen Entscheidungen rund um digitalen Bildungscontent entlasten.
- Prozesse für den Bezug von Bildungscontent vereinfachen, übergreifende Systeme für Einkauf von digitalem Bildungscontent schaffen.
Die Empfehlungen richten sich an Entscheidungsträger in der Bildungspolitik und Bildungsadministration auf Bund-, Länder- und kommunaler Ebene.